Hund beim Tierarzt

Krankheiten die durch Übergewicht beim Hund entstehen können

In eher seltenen Fällen ist das Übergewicht auf eine Erkrankung des Hundes zurückzuführen.
Wenn du allerdings Faktoren wie zu viel Futter oder mangelnde Bewegung ausschließen kannst, dann solltest du mit deinem Hund unbedingt einen Veterinärmediziner aufsuchen. Dort gilt es abzuklären, ob der Hund zum Beispiel an einer Stoffwechselerkrankung oder einer hormonellen Störung leidet.

Hormonelle Erkrankungen und Stoffwechselkrankheiten

Der Energieverbrauch des Organismus wird u.a. durch Hormone beeinflusst.
So führen auch verschiedene hormonelle Erkrankungen oder Störungen des Stoffwechsels zu Übergewicht.
Beispiele hierfür sind Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Überfunktion der Nebenniere (Morbus Cushing) oder Fehlfunktionen der Geschlechtsdrüsen.

Ursache und Wirkung sind dabei nicht immer eindeutig zuzuordnen.
So kann es auch sein, dass Übergewicht die benannten Krankheiten hervorruft.

Lebensgefährliche Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Übergewicht ist eine der Hauptursachen für Diabetes bei Hunden.
Die schwergewichtigen und meist älteren Vierbeiner entwickeln eine Insulinresistenz, beim Menschen auch als Altersdiabetes bekannt.
Der aus der Nahrung entzogene Zucker kann so nur schwer vom Blut in die Zellen gelangen, denen er als Brennstoff (Energie) dient.
Längerfristig schädigt das die Nerven und die Blutgefäße, was wiederum zu einer Verschlechterung der Herz-, Nieren- und Augenfunktionen führt.
Um diese lebensgefährliche Situation zu erkennen achte bitte auf folgende Symptome: vermehrtes Trinken, häufiges Urinieren, kein Sättigungsgefühl oder auch Abgeschlagenheit; eventuell auch Linsentrübung der Augen.

Knochen- und Gelenkserkrankungen durch erhöhte Belastung

Je schwerer der Hund ist, desto stärker wird sein Bewegungsapparat belastet.
Knochen und Gelenke werden übermäßig abnutzt und Erkrankungen wie Arthrose oder Arthritis werden begünstigt.
Dies ist sehr schmerzhaft für das Tier und hat weitere Bewegungsunlust zur Folge.

Herz-, Kreislauf- & Atembeschwerden durch Fettdepots

Durch die Einlagerung von massiven Fettdepots im Brust- und im Bauchraum kommt es zu Einschränkungen der Herzfunktion sowie der Lungenkapazität.
Außerdem verbraucht das vermehrte Fettgewebe noch zusätzlich Sauerstoff.
Dies kann wiederum zu einer Unterversorgung und damit zu Stoffwechselstörungen führen.
Übergewicht löst in diesem Zusammenhang Bluthochdruck aus und schwächt die Zwerchfellfunktion.
Die Anzeichen für eine Herzschwäche sind übrigens denen des Übergewichts sehr ähnlich.

Verdauungsprobleme durch Trägheit

Durch die geringere Bewegung wird das hochsensible Verdauungssystem gestört.
Der Darm wird träge und es kommt zu Verdauungsproblemen.
Es folgen Verstopfungen, Blähungen und stark übelriechender Kot.

Schilddrüsenunterfunktion

Eine Schilddrüsenunterfunktion ist eine hormonelle bzw. eine Stoffwechselstörung.
Die Körperzellen werden unzureichend mit dem Schilddrüsenhormonen versorgt, wodurch sich weitere Stoffwechselvorgänge im gesamten Körper verlangsamen.
Diese Krankheit ist meist nicht heilbar und verlangt eine lebenslange Behandlung.
Mögliche Symptomen sind Abgeschlagenheit und Müdigkeit, Gewichtsveränderungen, verminderte Leistungsfähigkeit, Verhaltensveränderungen, Fellprobleme sowie Hautveränderungen

Geschwächtes Immunsystem

Das Immunsystem ist ein komplexes Netzwerk aus Zellen, Hormonen, Organen und spezialisiertem Gewebe.
Besonders bei Hunden kommt dem Immunsystem eine große Bedeutung für die körperliche Unversehrtheit zu, denn Hunde sind praktisch ständig Umwelteinflüssen ausgesetzt.
Bei Übergewicht ist die Abwehr des Hundes geschwächt.
Schädliche Mikroorganismen können so leichter in den Körper eindringen und zu Funktionsstörungen und Krankheiten führen.

Schmerzhafte Harnsteine

Studien belegen, dass Hunde mit Übergewicht eher an Harnsteinen erkranken, als Hunde mit Normalgewicht.
Die Kristalle bilden sich in den Nieren und bahnen sich unter großen Schmerzen ihren Weg den Harnleiter entlang zur Blase, um im Idealfall wiederum unter größten Schmerzen ausgeschieden zu werden.
Schlimmsten Falls setzten sie sich auf diesem Wege oder im Nierenbecken fest.
Erkennen kannst du Nierensteine an häufigem, meist schmerzvollem Urinieren deines Hundes sowie an Blut im Urin.
Werden Nierensteine nicht behandelt, kann es zu einem lebensbedrohlichen Nierenversagen kommen.

Erhöhtes Operations- und Narkoserisiko

Übergewicht belastet weiterhin den Kreislauf eines Hundes und verändert die Verteilung bzw. den Abbau von Narkosemedikamenten.
Dadurch haben übergewichtige Hunde ein erhöhtes Narkoserisiko.
Weiter kann das störende Fettgewebe einen chirurgische Eingriffe verkomplizieren und die Wundheilung stören.

Es kann zu Hautproblemen kommen

Auch das Fell deines Tieres verrät mehr zu seinem Zustand.
So kommt es bei übergewichtigen Hunden häufiger zu Fell- und Hautproblemen als bei Artgenossen mit Idealgewicht.
Denn in den Fettfalten können sich schneller Infektionen ansammeln, die wiederum den Hund gesundheitlich beeinträchtigen.
Das Fell verliert mit der Zeit an Glanz.

Verhaltensveränderungen durch Übergewicht

Weiterhin verändert sich oft schleichender Weise das Verhalten deines Vierbeiners.
So werden dicke Hunde immer schwerfälliger.
Sie reduzieren ihre Aktivitäten, Schlafen mehr und wollen nicht mehr so lange Spazieren gehen.
Oftmals haben sie Schwierigkeiten beim Treppensteigen, hecheln viel, wenn sie sich bewegen müssen und Hitze wird ihnen schnell lästig.
Auch die Fellpflege fällt ihnen schwer, da sie nicht mehr so beweglich sind.

Verhaltensstörungen

Neben den rein physischen Faktoren gibt es auch noch die Möglichkeit von Verhaltensproblemen bzw. Verhaltensstörungen als Ursache für Übergewicht.
So kann eine Adipositas bspw. durch Angst oder Depression und damit einhergehendem krankhaften Fressverhalten oder einem gestörtes Sättigungsgefühl ausgelöst werden.

Auch bei unkontrollierbaren oder aggressiven Hunde ist die Situation schwierig, da diese zwangsläufig weniger Bewegungsfreiheit genießen und dadurch weniger Energie abbauen können.

Die psychische Belastung

Übergewicht bringt eine Einschränkung der Lebensqualität und viele Gesundheitsrisiken mit sich.
Aber dein Liebling leidet nicht nur an den körperlichen Begleitumständen.
Viele Hunde verlieren durch die Bewegungseinschränkungen den Spaß am Spielen und der Bewegung.
Sie sind deutlich weniger agil und nehmen weniger an ihrer Umwelt teil.
Übergewicht verringert nachweislich die Lebensfreude der betroffenen Hunde.
Dieses Verhalten begünstigt wiederum eine weitere Gewichtszunahme.
Ein Teufelskreis, der meist nur vom Hundehalter bzw. dem Umfeld unterbrochen werden kann.

Veränderung des äußeres Erscheinungsbildes

Logischer Weise verändert sich auch das Aussehen eines übergewichtigen Hundes.
Wie bereits beim BSC beschrieben nehmen Hunde besonders am Brustkorb, an der Taille, am Bauch aber genauso im Nacken und am Schwanzansatz zu.
Die natürliche sportliche Linie des Vierbeiners geht verloren.
Im schlimmsten Fall leidet das Tier unter einem sogenannten Hängebauch und verliert jegliche Kontur.
Die Haut wird schlechter und das Fell wird stumpf.

Weitere Erkrankungen und Einschränkungen

Die Liste von potentiellen Erkrankungen ausgelöst durch Übergewicht ist lang.
Dies liegt unter anderem an den großen hormonellen Veränderungen, die mit Übergewicht einhergehen und so viele Funktionen im Körper beeinflussen.
So kann es zusätzlich zu den benannten Erkrankungen weiterhin zu Lebererkrankungen, Tumorbildungen (bspw. Gesäugetumore bei Hündinnen), Allergien und Bluthochdruck kommen.

Umstritten, aber auch möglich

Bisher ist es noch nicht wissenschaftlich belegt, aber Übergewicht steht ebenfalls im Verdacht Inkontinenz und Fortpflanzungsstörungen auszulösen bzw. zu begünstigen.

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