Hund mit Übergewicht

Zu Übergewicht kommt es aufgrund von Ansammlung größerer Fettmengen.
Dies kann so weit gehen, daß die normalen Körperfunktionen beeinträchtigt werden.
Fettleibigkeit ist in jeder Hinsicht eine gewichtige Erkrankung.
Fettleibigkeit ist eine Erkrankung, die viel zu selten ernst genommen wird, wahrscheinlich weil die Menschen sich der Gefahren und der Leiden ihrer Tiere durch diese Erkrankung überhaupt nicht bewußt sind.

Da aber gerade unsere Hunde in ihrer Ernährung völlig von uns abhängig sind, brauchte Übergewicht bei Hunden eigentlich nie aufzutreten.

Warum ist Übergewicht für deinen Hund schädlich?

Große Fettmengen herumzuschleppen beeinträchtigt einen Hund auf vielerlei Art.
Tatsächlich treten die Symptome vieler Krankheiten nur auf, weil der Hund fettleibig ist.
Wird das normale Körpergewicht wieder erreicht, gewinnen die Organe auch wieder ihre normale Funktion zurück.

Zusätzliche Belastung aller Körperfunktionen

Wenn ein Hund Übergewicht mit sich herumträgt, löst dies eine zusätzliche Belastung aller Körperfunktionen aus, erfordert zusätzliche Arbeitsleistung, insbesondere für Skelett (vorwiegend Läufe), Herz und Atemsystem.
Stelle Dir einfach einmal bei einem Kleinhund wie dem Havaneser vor, er müsse 2 bis 3 Kilo Übergewicht tragen.
Das mag gar nicht viel erscheinen, es entspricht aber zwei auf seinen Rücken gebundenen Ein-Kilo-Zuckertüten.
Selbst ein Mensch würde bald müde, solches Gewicht herumzuschleppen.
Um so leichter die Vorstellung, wieviel zusätzliche Mühe dies einem Hund bereitet.
Dieses Beispiel illustriert wie wertvoll es ist, zu Beginn einer Diätkur nur einige Pfunde zu verlieren.
Die Vorteile werden schnell zu beobachten sein.

Fettanlagerung in und um die Organe schädigt ihre Funktionen.

Fettablagerungen auf der Leber beeinträchtigen die Funktion der Leberzellen.
Übergewicht um den Kehlkopf verschmälert die Öffnung, verursacht, daß umliegendes Gewebe wie das Gaumensegel abkippen.
Hieraus entstehen Schnarchen, Atemnot und möglicherweise Ohnmacht.
Fett rund um den Blasenhals und entlang des Harnleiters vergrößert die Gefahr von Inkontinenz.
Gewicht und Volumen des im Bauch abgelagerten Fettes eines übergewichtigen Hundes üben beim Liegen soviel Druck auf die Blase aus, daß dadurch Harn freigesetzt wird.

Fett bildet eine außerordentlich gute Isolationsschicht.

Fette Hunde überhitzen leicht.
Dies ist an einem heißen Sommertag besonders schädlich, aber auch zu anderen Zeiten kann ein überanstrengter Hund einen gefährlichen Hitzschlag erleiden.

Nachstehend die wichtigsten Probleme, ausgelöst durch Übergewicht:

• Orthopädische Probleme (beispielsweise Arthritis)
• Bewegungsträgheit
• Durch Blutstau ausgelöstes Herzversagen
• Atemschwierigkeiten
• Eingeschränkte Leberfunktionen
• Diabetes Mellitus
• Schlechte Verdauung (beispielsweise Verstopfung oder Blähungen)
• Vergrößertes Operations- und Narkoserisiko
• Verringerte Widerstandskraft gegen Krankheiten
• Hitzeanfälligkeit
• Hauterkrankungen
• Vorzeitiges oder beschleunigtes Altern
• Verminderte Lebenserwartung

Ein zusätzliches Gesundheitsrisiko entsteht durch die Behandlung vieler dieser Krankheiten mit Medikamenten, während Gewichtsverlust von sich aus die Symptome heilen oder zumindest verbessern wird.
Viele Medikamente zur Behandlung von Arthritis können beispielsweise die der Krankheit vorausgehende Fehlfunktionen von Leber oder Nieren verschlimmern.

Ursachen für Übergewicht

Die Ursache für Übergewicht  ist ganz einfach.
Jeder Hund’hat seine persönliche Stoffwechselrate.
Das ist die Menge am Energie die dein Hund braucht um seine Körperfunktionen aufrechtzuerhalten.

Alle Aktivitäten bringen zusätzliche Kalorienanforderungen gegenüber dieser Grundrate.

Der ausgewachsene Hund braucht genau so viele Kalorien in seiner Nahrung, um seine Grundrate und die durch zusätzliche Aktivitäten notwendigen Kalorien zu erhalten.

Die positive und negative Energiebalance

Erhält er mehr Futter als für den Ausgleich der verbrauchten Kalorien, befindet er sich in einer positiven Energiebalance.
Verbraucht er mehr Energien als er Kalorien erhält, gerät er in eine negative Energiebalance.

Um Übergewicht anzusammeln, muß ein Hund über einen längeren Lebensabschnitt eine positive Energiebalance haben, ohne daß dieser eine entsprechende Periode mit negativer Energienbalance gegenübersteht.
Anders ausgedrückt, wenn Dein Hund in einem Zeitabschnitt seines Lebens Gewicht ansetzt, braucht er einen Zeitabschnitt mit negativer Energiebalance, um wieder zum Normalgewicht zurückzukehren.

Es gibt einige Faktoren, weshalb einige Hunde in der Regel übergewichtig werden:

  • Einige Rassen wie Labrador Retriever, Cocker Spaniel oder Dachshunde erscheinen hierfür besonders anfällig.
  • Kastrierte Rüden und Hündinnen haben meist eine niedrigere Stoffwechselrate; dies bedeutet, daß sie nach der Kastration etwa 20 bis 25 Prozent weniger Futter brauchen.
    Vergiß die Behauptung, das Kastrieren mache die Hunde fett. Die einzige Art, wie ein Hund fett werden kann, ist Verzehr von mehr Nahrung als er wirklich braucht.
  • Ältere Hunde haben eine niedrigere Stoffwechselrate – sie liegt etwa 20 Prozent unter der eines jungen Hundes.
  • Einige Hormonstörungen – beispielsweise Unterfunktion der Schilddrüse oder das Cushing Syndrom – können Fettleibigkeit auslösen.

Was du gegen Übergewicht bei deinem Hund tun kannst

Es gibt eine Reihe von Grundprinzipien, die man unbedingt verstehen muß, ehe man erfolgreich ein Programm zur Gewichtskontrolle beginnt.

  1.  Völlig unabhängig, wie wenig Futter man einem Hund verabreicht, legt er Gewicht zu, ist die Futtermenge zu hoch.
  2. Zum Gewichtsabbau – damit er fiir seinen Energiebedarf eigenes Fett auf¬löst – braucht ein Hund eine negative Energiebalance – das heißt, er muß hungern.

Gerade der zweite Punkt wird häufig übersehen und muß betont werden.

Fett hat eine sehr niedrige Stoffwechselrate

Fett  leistet keinerlei Arbeit, es ist einfach vorhanden.
Haben wir eine französische Bulldogge, die 18 kg wiegt, dessen Idealgewicht aber bei 14 kg  liegt, bedeutet dies, daß er 4 kg Fett verlieren muß.
Wenn wir ihn jetzt so füttern, daß der Stoffwechselbedarf für einen 18 kg Hund gedeckt wird, bleibt er unverändert in einer betont positiven Energiebalance. Dein Hund nimmt weiter Gewicht zu.

Wenn wir dieses Problem erkannt haben und beschließen, ihm nur den Erhaltungsbedarf für einen 14 kg Hund zu geben, wird er kein weiteres Gewicht mehr ansetzen, erhält aber noch immer alle Energien, die er braucht. Er baut kein Fett ab, wird deshalb auch kein Gewicht verlieren.

Die korrekte Futtermenge liegt bei 60 Prozent der Erhaltungsrate des idealen Körpergewichts.

Erhält er nur soviel, wird er anfangen, Fett abzubauen, um den Energiemangel auszugleichen und verliert dementsprechend Gewicht.
Ein Diätprogramm kann durchaus mit normalem, industriell hergestelltem Hundefutter erfolgreich durchgeführt werden.
Du wirst aber feststellen, daß Du nur sehr kleine Mengen füttern darfst, um Dein Ziel zu erreichen.

Diätfutter ermöglichen die gleiche Menge an Hundefutter wie bisher.

Demgegenüber gibt es vorzügliche kalorienarme Diätfutter, bei denen der Kaloriengehalt drastisch reduziert ist.
Alle Nährstoffe sind in ausreichender Menge vorhanden.
Durch die Füllstoffe ist das Futtervolumen größer als bei herkömmlichem Hundefutter.

Was du tun musst, wenn deinem Hund das Diätfutter nicht schmeckt

Du solltest Futter wählen, das Deinem Hund schmeckt.
Weigert er sich anfänglich, kalorienarmes Futter zu fressen, muß das neue Futter in wachsenden Anteilen mit dem normalen gemischt werden, bis Du voll umstellen kannst.

Wenn Du Deinen übergewichtigen Hund auf Diät setzt, könnten Dir nachstehende Richtlinien dabei helfen:

Setze ein Ziel

Bestimme das Idealgewicht Deines Hundes (in Abstimmung mit dem Rassestandard). Beachte aber, einzelne Hunde innerhalb einer Rasse können durchaus unterschiedliche Idealgewichte aufweisen. Für eine Beurteilung ob dein Hund zu dick ist  kann dir der Body Condition Score helfen.

Bestimme die Futtermenge

Füttere 60 Prozent des Hundefutters die dein Hund brauchen würde um Idealgewicht zu halten.

Regelmäßig wiegen

Dies ist eine Voraussetzung, die wöchentlich, allerhöchstens alle 14 Tage er-folgen muß. Ob zu Hause oder beim Tierarzt, zum Wiegen sollte man immer die gleiche Waage wählen.
Halte die Gewichte fest, stelle sie grafisch dar. Wenn der Hund zwischen zwei Wiegeterminen nicht abnimmt, werden die Futterrationen alle zwei Wochen um 20 Prozent gekürzt, bis der Hund wirklich abnimmt!

Richtige Planung des Gewichtsverlustes

Ein langsamer und gleichmäßiger Gewichtsverlust führt eher zu wachsener, dauerhafter Fitness als plötzlicher, dramatischer Gewichtsverlust.

Vernünftige Zielsetzungen sind:

Kleiner Hund – 0,5 kg / Woche
Mittelgroßer Hund  1 – 1,5 kg / Woche  Großer Hund 1,5 – 2 kg / Woche

Vermehrte Bewegung

Um Kalorien zu verbrennen hilft Bewegung. Bewegung ist aber kein Ersatz für eine Diät. Es bedarf einer überraschend großen körperlichen Belastung, um nur wenige Kalorien zu verbrennen. Zuviel Bewegung kann für einen fettleibigen Hund gefährlich sein, deshalb sollte man anfänglich nie übertreiben. Wenn erst Gewichtsverlust eintritt, wird der Hund viel lebhafter, wird auch sein Bewegungsablauf kräftiger, so daß sich der Gewichtsverlust bebeschleunigt.

Erleichterungen für Deinen Hund

Wenn Dein Hund die korrekte Futtermenge erhält, erscheint ihm sicherlich seine Futterschüssel recht leer. Wenn man anstelle einiger Hundekuchen voluminöses, kalorienarmes Futter gibt wie Kleie oder Gemüse, wird sich der Hund besser fühlen. Du dich vielleicht auch. Weich gekochter weißer oder brauner Reis ist gegenüber Hundekuchen eine interessante kalorienarme Alternative. Alternativ kannst Du auch eine industriell hergestellte Diätnahrung füttern. Das erlaubt dem Hund, größere Mengen zu fressen, trotzdem nimmt er weniger Kalorien auf.

Familie und Freunde müssen die Diät des Hundes unterstützen

Wenn Du fürchtest, Onkel, Tanten und Großeltern würden Deine Kinder verwöhnen, warte einmal ab, was sie mit Deinem Hund tun. Viele Diäten wurden bereits torpediert, weil je weniger Futter Du Deinem Hund gibst, um so mehr Hundekuchen und Leckerbissen werfen Nachbarn über den Zaun. Achte darauf, daß wer immer mit Deinem Hund Kontakt hält, weiß, daß derartige Freundlichkeit letztendlich den Hund umbringt, daß Diät ein positiver und notwendiger Schritt ist, damit er seine Gesundheit wiedergewinnt.
Hast Du diese Richtlinien erst einmal über einige Wochen durchgehalten, kannst Du Dir gratulieren. Du hast einen völlig neuen Hund. Fit, aktiv, gesund und glücklich.

Vorbeugen gegen Übergewicht

Etwa 50 Prozent von uns Menschen stellen Weihnachten fest, daß eine Woche der Völlerei möglicherweise 11 Monate des Selbstkasteiens zur Folge haben muß. Mit anderen Worten, Vorbeugen ist nicht nur viel besser als abnehmen. Es fällt auch viel leichter. Wenn Du einige wenige Regeln befolgst, wirst Du Deinen Hund schlank erhalten.

Einige Hunde neigen vermehrt zu Dickleibigkeit. Beispiele sind Labrador Retriever, Dachshund, Cocker Spaniel und Collie. Gehört Dein Hund zu diesen Rassen, solltest Du darauf achten, ihn nur knapp zu füttern. Vorsicht, Leckerbissen führen meist zu Übergewicht.
Kastration vermindert den Energiebedarf des Hundes. Nach der Kastration ist sorgfältige Kontrolle erforderlich, muß die gewöhnliche Futtermenge um 25 Prozent gekürzt werden.
Das Alter mindert den Energiebedarf um etwa 20 Prozent, entsprechend muß die Futtermenge beim alternden Hund verkleinert werden.
Vermeide das Verabreichen von Leckerbissen. Hat sich ein Hund daran gewöhnt, fällt es besonders schwer, daß Du selbst diese Gewohnheit aufgibst. Mach Dich nicht zum Narren, behaupte nicht, Du könntest das nicht ändern. Wenn Du ihm nichts gibst, wird er durchaus auch ohne zurechtkommen.
Wiege Deinen Hund regelmäßig. Wenn Du den Gewichtszuwachs früh erkennst, läßt er sich leicht korrigieren.
Täusche Dich nicht. Ein fetter Hund ist nie ein glücklicher Hund! Für einen Augenblick der Freude durch einen Leckerbissen, der ihm vielleicht nicht einmal besonders schmeckt, zahlt der Hund später mit Lethargie, Schmerzen der Arthritis, Atemlosigkeit, Herzproblemen, Atemschwierigkeiten – alles Folgen von Übergewicht.

 

Viele Hundebesitzer bestreiten nachhaltig, daß ihr Hund zu dick sei.
Übergewicht löst eine ganze Anzahl von Entschuldigungen aus, die Tierärzten nur zu vertraut sind.
»Der Hund wurde doch kastriert!«
Es ist zwar wahr, daß bei kastrierten Rüden wie Hündinnen häufiger Übergewicht festzustellen ist als bei nichtkastrierten.
Kastrieren selbst verursacht aber kein Übergewicht.
»Ich füttere sie doch nur einmal täglich!«
Dies ist völlig unerheblich, eine große Mahlzeit täglich macht einen Hund genauso fett wie viele kleine.
Häufig ist es aber auch noch unwahr.
Genaues Nachfragen enthüllt, daß der Hund einmal ein paar Hundekuchen, an anderer Stelle etwas Schokolade, dann etwas Toastbrot zum Frühstück erhält, daneben noch manche Tischabfälle.
»Aber er frißt doch nur so wenig!«
Das kann durchaus wahr sein, ändert aber nichts an der Tatsache, daß dieses Wenig immer noch mehr ist als er braucht.
»Er ist doch jetzt alt und kann sich nicht mehr soviel bewegen!«
Dies ist mit Sicherheit keine Entschuldigung dafür, daß man einen älteren Hund dick werden läßt.
Möglicherweise kann sich der Hund weniger bewegen, weil er fett ist – richtige Diät könnte ihn verjüngen!
»Aber er hat doch immer Hunger!«
Hunde besitzen eine unglaubliche Fähigkeit, ihren Besitzer hungrig und schmelzend anzusehen, selbst wenn sie fünf Kilogramm Übergewicht haben.
Und gerade die Hundebesitzer – besonders die Weichherzigen – sind nur zu gerne bereit, dem Leiden ihrer Hunde ein Ende zu bereiten.
Tatsache ist, daß Hunde von Natur aus große Mengen herunterschlingen, wenn sie auf Futter stoßen.
In der freien Natur ist dies recht nützlich, die nächste Mahlzeit kommt oft erst zwei oder drei Tage später.
Leider haben unsere Haushunde diese Eigenschaft beibehalten, schlingen gierig Futter herunter, auch wenn die nächste Mahlzeit bereits in der Küche vorbereitet wird.
Laß Dich von Deinem Hund nicht weich machen, Du schadest ihm!

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